Office for young people

Die Jugendberatung Hinterhaus / office for young people bietet seit 1972 kompetente und professionelle Beratung und Unterstützung für junge Menschen in freier Trägerschaft an.

Wir richten uns an Jugendliche, junge Erwachsene, Alleinerziehende, junge Paare und Familien im Alter von 14 bis 27 Jahren (KJHG), die aus der Stadt Hannover, Region Hannover und den naheliegenden Landkreisen zu uns kommen.

Themen der Beratung

Die Themen der uns aufsuchenden jungen Menschen umfassen nahezu alle Schwierigkeiten der psychosozialen Erscheinungsformen.

Seien es Konflikte mit Eltern oder Probleme mit Freund*innen, das Sich-nicht-zurechtfinden in der Schule, am Ausbildungsplatz oder im Studium. Des Weiteren Kontaktängste, Selbstunsicherheit, Suizidgedanken, Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt, (drohende) Arbeitslosigkeit, Ess-Störungen und Abhängigkeiten.

Wieder andere junge Menschen kommen in ihren partnerschaftlichen und/oder sexuellen Beziehungen alleine nicht weiter, so dass sie Hilfe durch beraterische Begleitung von uns bekommen oder handfeste Informationen z.B. bei Verhütungsfragen oder dem gewünschten Zusammenzug.

Die Loslösung von der Familie, ohne bereits selbst berufstätig zu sein, ist eine häufige Fragestellung der Jugendlichen. Auch hier, ebenso wie bei eigener Gewalttätigkeit und Kriminalität, bieten wir unsere Hilfe an.

Als anerkannte Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle beraten wir im Rahmen der §§218/219 StGB betroffene Frauen und Paare über das „jugendliche Alter“ hinaus.

Außerdem bieten wir während des Beratungsgespräches Kinderbetreuung an, so dass die Frau (und ggf. ihre Begleitung) allein mit der Beraterin sprechen kann.

Beratungsarbeit

Im geschützten Beratungsrahmen wird der*/die* Jugendliche und gegebenenfalls auch die Familie ermutigt, über Gefühle, Ängste und Konflikte, Schwierigkeiten und Probleme zu sprechen.

Die Sprachlosigkeit, die manchmal über einen langen Zeitraum in einem selbst oder in der Familie entstand, wird langsam aufgehoben – eine zentrale Voraussetzung für Veränderungen. Die eigenen (psychischen) Kompetenzen und individuellen Copingstrategien werden gezielt bearbeitet, ebenso wird gegebenenfalls die Familienstruktur betrachtet, in der das Problem erwachsen ist.

Wir unterstützen den*/die* Jugendliche*n darin, die selbst gesteckten Ziele zu erreichen, und fördern die Entdeckung der persönlichen Ressourcen. Innerhalb unseres Teams arbeiten wir systemisch-lösungsorientiert genauso erfolgreich wie mit gestalttherapeutischen Techniken.

Das beraterische Handlungsspektrum ergibt sich aus einem Pool an Methoden und Techniken. Die systemische Haltung ermöglicht es uns, die individuellen Themen und die unterschiedlichsten Lebens-lagen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu berücksichtigen und diese wertschätzend anzunehmen.

Besonders Jugendliche aus benachteiligten Familien finden einen leichten Zugang zu ihren Gefühlen über einen gestalterischen und kreativen Weg. Gemeinsam erarbeiten wir Lösungen für Konflikte, langfristige Perspektiven sowie Möglichkeiten und Alternativen zu konkreten Fragestellungen.

Alle Beratungssequenzen berücksichtigen die individuellen Problematiken. Die Beratung kann auch als Überbrückung bis zu einem anvisierten Therapieplatz in Anspruch genommen werden. Oder: Zeigt sich im Beratungsprozess eine tieferliegende Krise, vermitteln wir zu passenden Therapeut*innen.

Fallbeispiele

Merle, 21 Jahre, Schwesternschülerin, kommt zu uns in die Jugendberatung. Die Klientin wirkt sehr offen, freundlich und zugewandt. Dennoch hat sie erst jetzt, nach Jahren des Totschweigens ihrer Ess-Störung, Hilfe gesucht.

Alles fing schon im Alter von 14 Jahren an. Merle fand sich viel zu dick, obwohl sie normalgewichtig war. Unter ihren Freundinnen fand damals ein regelrechter Wettkampf statt, Merle nahm stark ab und erntete am Anfang viel Beifall von ihren Freundinnen – selbst ihre Eltern fanden zunächst, dass sie vorteilhaft aussah. Irgendwann verselbständigte sich das Ganze.

Heute schwankt Merle zwischen starken Essattacken und Hungerphasen. Sie möchte sich nicht nur auf ihr Essverhalten konzentrieren; sondern auf die wichtigen und schönen Dinge; denn für ihre Ausbildung braucht sie dringend Kraft und muss sich besser konzentrieren können.

Henrik, 16 Jahre alt, kommt mit seiner Mutter in die Jugendberatung. Eigentlich meint er, keine Beratung zu brauchen. Da seine Mutter sich aber große Sorgen um ihn macht, sei er ihr zuliebe mitgekommen.

Henrik ist Hauptschüler, kann nur mit Mühe dem Unterricht folgen und hat immer wieder Phasen, in denen er sehr unregelmäßig zur Schule geht. Henriks Mutter beklagt, dass ihr Sohn fast durchgehend bis lang in die Nacht am PC säße und spiele. Henrik berichtet, dass es ihm manchmal unmöglich sei, morgens aus dem Bett zu steigen.

Die Konsequenzen aus seinem Verhalten werden ihm immer deutlicher und er möchte etwas ändern.

Hanna, 17 Jahre, Gymnasialschülerin, 2 ältere Halbgeschwister, kam zu uns, weil sie vor dem Hintergrund einer Patchworkfamilie mit ihrer Rolle und mit ihrem Selbstwert in der Pubertät derart Probleme hatte, dass sie begann, sich zu ritzen.

Sie wurde bei uns aufgefangen und zu einer intensiveren Therapie (2-3 Termine/Woche) hingeführt, wonach sie nach einiger Zeit das Bedürfnis verspürte. Wir hatten E-Mail-Kontakt bei ihrer Therapeut*innensuche und eine Krisenintervention im Haus.

Sie hat schließlich eine Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin gefunden, von der sie wusste, dass sie noch Kapazitäten hat.

Familie S. kam zu uns wegen ihrer renitenten 14-jährigen Tochter (Gymnasialschülerin), die letztlich als „schwarzes Schaf“ der Restfamilie mithilfe ihres aggressiven Verhaltens auffiel, somit Aufmerksamkeit auf sich lenkte, um damit von der insgesamt sehr belasteten Elternsituation abzulenken.

In einigen klärenden Familiensitzungen konnte zumindest eine Entlastung erreicht werden durch Einzelberatung für die Tochter und Paarberatung für die Eltern.

Julia, 16 Jahre, Schülerin der 11. Jahrgangsstufe eines Gymnasiums, kommt zu uns, weil der Leistungsdruck seit Beginn des Schuljahres massiv anstieg, denn alles, was jetzt an Leistungen erbracht wird, zählt schon fürs Abitur mit. Etliche Lehrer*innen sagen ständig, dass die Schüler*innen zu dumm oder zu faul seien und das Abitur sowieso nicht schaffen würden.

Julia ist inzwischen so unter Druck, dass sie sich trotz sehr guter Leistungen nicht traut, mündlich im Unterricht mitzuarbeiten, aus Angst vor den Bemerkungen der Lehrer*innen oder dem Gekicher der Mitschüler*innen. Solidarität: Fehlanzeige. Nehmen die Lehrer*innen sie dann einfach dran, ist sie so blockiert, dass sie nur rumstottern kann.

Anna, 19 Jahre, ist zu uns gekommen, weil sie aus ihrer Ausbildungsstelle als Sozialassistentin geflogen ist. Sie war mit den Erziehungsvorgaben der Erzieherinnen des Kindergartens nicht einverstanden und hat gegen Anweisungen verstoßen. Nun weiß sie nicht, was sie machen soll.

Team & Setting

In der Jugendberatung Hinterhaus arbeiten (Sozial-)Pädagog*innen und Sozialarbeiter*innen mit unterschiedlichen Zusatzausbildungen.

Die von uns angewandten Settings sind vielfältig: In den Räumen der Beratungsstelle selbst finden Einzel-, Paar- und Familienberatungen statt. Sprich: Kriseninterventionen, Hilfestellungen, Informationsvermittlungen und soziale Beratung z. B. bei Fragen zu Antragstellungen sowie Schul- und Ausbildungsangelegenheiten.

Zudem arbeiten wir in unserer Einrichtung und außer Haus auch mit Gruppen zu verschiedenen Themen (individuell nach Anfrage).

Fundamental an unserem Konzept ist, dass es auf freiwilliger, anonymer und kostenfreier Beratung basiert.

Wir legen großen Wert darauf, dass die Kontaktaufnahme zu uns freiwillig und eigeninitiativ erfolgt. Die Beratungen entsprechen den Bedürfnissen und Fragestellungen unserer Klient*innen. Es wird unbürokratisch gearbeitet, keine personenbezogenen Daten werden festgehalten und längere Wartezeiten vermieden.

Sehr wichtig ist uns die Loyalität gegenüber den Jugendlichen. Nur unter diesen Voraussetzungen können tragfähige, beraterisch verlässliche Beziehungen mit den jungen Menschen aufgebaut werden. Für unser Klientel ist die Beratung selbstverständlich immer kostenfrei, um ohne finanzielle Hürden für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen da zu sein.

Öffnungszeiten

Unsere Öffnungszeiten orientieren sich an der Freizeit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die in den Nachmittag und die frühen Abendstunden fällt.

Nach Terminabsprachen stehen wir auch außerhalb der Öffnungszeiten zur Verfügung.

Unsere Öffnungszeiten sind:

Montags und Donnerstags von 14 bis 19 Uhr
Dienstags und Freitags von 14 bis 17 Uhr.

Telefonisch sind wir täglich von 10 bis 17 Uhr erreichbar, außer mittwochs, samstags und sonntags.

Wir bemühen uns, schnellstmöglich einen Gesprächstermin mit dem Jugendlichen zu verabreden. Standardgemäß ist die Beratungseinrichtung 235 Tage im Jahr geöffnet. Natürlich für unser Ratsuchende kostenlos.

Vernetzung

Die Jugendberatung Hinterhaus ist seit der Entstehung von Netzwerkarbeit in vielen unterschiedlichen Arbeitskreisen vertreten.

Unter anderem bringt sich die Beratungsstelle in folgenden Foren ein:

  • Fach-AG nach §78 SGB VIII der Stadt Hannover; Psychosoziale Beratung, Therapie und Familienbildung in der Jugendhilfe der Stadt Hannover
  • Fach-AG gem. §78 SGB VIII; offene Kinder & Jugendarbeit der Stadt Hannover
  • Fach-AG gem. § 78 SGB VIII; offene Kinder & Jugendarbeit; Unter-AG „Beteiligung“
  • Landes-AG für Erziehungsberatung Niedersachsen e.V.
  • AK sexuelle Bildung und Gesundheit
  • AK §§ 218/219
  • AK §§ 218/219; Unter AK „Vertrauliche Geburt“
  • Runder Tisch Mädchen- und Frauengesundheit
  • Arbeitskreis der Fachgruppe Kinder + Jugend; Untergruppe Schule
  • FAG Prävention u. Beratung (Unter AG der Gesamt AG gem.§78 SGB VIII Region Hannover)
  • Netzwerk Erziehungs- u. Familienberatung Region Hannover (Unter AG der FAG Prävention u. Beratung)
  • ARGE – Psychosoziale Betreuung
  • Sozialforum Nordstadt

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